Die kombinierte lokale Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren und Antiangiogenese-Medikamenten wird zunehmend zur Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem hepatozellulärem Karzinom (HCC). Dennoch gibt es bei der zielgerichteten Immuntherapie einige Nachteile, wie eine relativ niedrige Ansprechrate. Die präzise Auswahl von Patienten, die von der Behandlung profitieren, bleibt eine Herausforderung. Diese Studie untersucht die prädiktive Rolle quantitativer Parameter der kontrastverstärkten Ultraschalluntersuchung (CEUS) für die Wirksamkeit der kombinierten Immun-Checkpoint-Inhibitor- und Antiangiogenese-Therapie bei fortgeschrittenem HCC. Methoden: In die prospektive Studie wurden HCC-Patienten eingeschlossen, die eine kombinierte lokale Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren und Antiangiogenese-Medikamenten erhielten (transarterielle Chemoembolisation oder transarterielle Chemoinfusion). Vor der Behandlung wurde eine Baseline-CEUS-Untersuchung durchgeführt und die Tumorperfusionsparameter mit quantitativer Perfusionssoftware analysiert. Die Patienten wurden je nach Behandlungserfolg in Remissions- und Nicht-Remissionsgruppen eingeteilt, die quantitativen CEUS-Parameter zwischen den Gruppen verglichen und die Korrelation zwischen Parametern und progressionsfreiem Überleben (PFS) bewertet. Ergebnisse: Die objektive Ansprechrate bei 66 eingeschlossenen Patienten betrug 21,2 %. Die Verhältnisse der Perfusionsparameter zwischen Zielherd und Hintergrundlebergewebe, wie das Anstiegszeitverhältnis, das Zeit-zum-Peak-Verhältnis, das Abfallzeitverhältnis, das Peak-Verstärkungsverhältnis, das Zustromratenverhältnis, der Zustrom-Perfusionsindex und das Abstromratenverhältnis unterschieden sich signifikant zwischen Remissions- und Nicht-Remissionsgruppen (alle P < 0,05). Nur das Anstiegszeitverhältnis war ein unabhängiger Faktor, der die objektive Ansprechrate beeinflusste (P=0,010). Die medianen Anstiegszeitwerte betrugen 36,9 und 58,9 in den Remissions- bzw. Nicht-Remissionsgruppen (P=0,006). Der optimale Cutoff-Wert des Anstiegszeitverhältnisses wurde mit dem X-tile-Programm auf 80,1 bestimmt. Die Überlebensanalyse zeigte, dass Patienten mit niedrigem Anstiegszeitverhältnis ein längeres PFS hatten (hohes Anstiegszeitverhältnis vs niedriges Anstiegszeitverhältnis: 4,4 Monate vs 19,1 Monate, P=0,044). Fazit: Quantitative CEUS-Parameter haben einen gewissen Wert zur Vorhersage der Wirksamkeit der kombinierten Immun-Checkpoint-Inhibitor- und Antiangiogenese-Therapie bei HCC-Patienten.