Ziel ist der Aufbau und die Validierung eines klinisch-bildgebenden multiparametrischen diagnostischen Vorhersagemodells basierend auf dem Kaiser-Score (genannt „Kaiser+-Modell“), um die Diagnostik der bösartigen Risikoabschätzung von Brustläsionen zu verbessern. Methode: Klinische und bildgebende Daten von Patienten, die zwischen September 2020 und November 2023 in der ersten angegliederten Klinik der Kunming Medical University eine Mammographie und Magnetresonanztomographie (MRT) der Brust erhielten, wurden gesammelt, wobei alle Läsionen pathologisch bestätigt wurden. Die Läsionen wurden zufällig im Verhältnis 7:3 in Trainings- und Validierungsgruppen eingeteilt. Die gesammelten Parameter umfassen klinische Faktoren: Alter des Patienten, Menarchealter, Menopausenstatus, familiäre Brustkrebshistorie, Body-Mass-Index (BMI); mammographische Bildgebungsparameter: fibrös-drüsiger Gewebetyp, Mikrokalzifikationen; MRT-Bildgebungsparameter: Hintergrundgewebeverstärkung, Läsionstyp (Masse/Nicht-Masse), Form, Rand, Tumorumschließende Ödem, intra-läsionales Verstärkungsmuster, peritumorale Gefäßzeichen, Zeit-Signalintensitätskurventyp (TIC), Diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI)-Randzeichen, scheinbarer Diffusionskoeffizient (ADC)-Wert, Brustwarzenretraktion, Hautverdickung oder -retraktion. Jede Läsion wurde anhand des Kaiser-Score-Flussdiagramms bewertet. Einstufige Analyse mit t-Test und χ²-Test wurde zur Auswahl prädiktiver Variablen verwendet, ein multivariates logistisches Regressionsmodell wurde zur Diagnoseerstellung erstellt und ein Nomogramm gezeichnet. Die diagnostische Leistung des Kaiser+-Modells wurde mittels Fläche unter der ROC-Kurve (AUC) mit dem Kaiser-Score verglichen; die Kalibrierung mittels Kalibrierkurven bewertet; der klinische Nutzen durch Entscheidungsanalysekurven (DCA) geprüft. Ergebnisse: 347 Patienten mit insgesamt 347 Läsionen wurden eingeschlossen, davon 217 maligne und 130 benigne. Die univariate Analyse zeigte, dass Alter, Menopausenstatus, Brustwarzenretraktion, Hautretraktion/-verdickung, Mikrokalzifikationen, Läsionstyp (Masse/Nicht-Masse), Form, peritumorale Gefäßzeichen, DWI-Randzeichen und ADC zusätzliche prädiktive Faktoren neben den im Kaiser-Score verwendeten Indikatoren sind. Das AUC des Kaiser+-Modells und des Kaiser-Scores betrug im Trainingsdatensatz 0,962 bzw. 0,914 mit statistisch signifikanter Differenz (Z=3,363, P<0,01) und im Validierungsset 0,976 bzw. 0,913 mit statistisch signifikanter Differenz (Z=2,862, P<0,01). Die Kalibrierkurven zeigten eine gute Kalibrierung des Kaiser+-Modells; die DCA zeigte einen hohen klinischen Nutzen. Fazit: Das entwickelte Kaiser+-Modell kann präoperativ zur Vorhersage der Natur von Brustläsionen verwendet werden und übertrifft die diagnostische Leistung des klassischen Kaiser-Scores.